05.04.2017

[Lesezeit] Die vielen Leben des Harry August von Claire North


Manchmal ist ein Leben nicht genug, um die Welt zu retten!

Harry August stirbt. Mal wieder. Es ist das elfte Mal, dass Harrys Leben ein Ende findet. Und er weiß genau, wie es weitergehen wird: Er wird erneut im Jahr 1919 geboren werden - mit all dem Wissen seiner vorherigen Leben.  Harry hat akzeptiert, dass er in dieser Zeitschleife festhängt, auch wenn er nicht weiß, wieso. Doch dann steht plötzlich ein junges Mädchen an seinem Sterbebett und überbringt ihm eine erschütternde Botschaft: Der Untergang der Welt steht bevor! Und das auslösende Ereignis findet vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt.  Harry, der bald wieder im Jahr 1919 sein wird, muss nun nicht weniger tun, als diese Zukunft zu verhindern ...
Kurzbeschreibung: www.amazon.de


Die Seele stirbt an tausend kleinen Wunden, und die fallenden Himmel sind nur das Gelächter des Henkers, der seine Arbeit tut.
Seite 121

Vielleicht gut ein halbes Jahr bevor ich das Buch las, hörte ich bereits das erste Mal von dieser Geschichte. Der Mann hört nämlich gerne während der alltäglichen Autofahrt Hörbücher und so kam es dazu, dass auch dieses Buch zu seiner morgendlichen und nachmittaglichen Hörlektüre gehörte. Seine kurzen Berichte über diese Geschichte waren zugegeben nicht spannend. Der Hintergrund zur Geschichte, das Universum in der diese spielt, unsere Welt, in der es Menschen gibt die ihr Leben in einer Art Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Schleife erleben, war hingegeben sehr interessant. Dieses vergessene Wissen in meinem tief vergrabenem Hinterstübchen, und vielleicht der Titel der mich hat neugierig werden lassen, brachten mich dazu dieses Buch zu kaufen.


Mir fiel dazu die alte Weisheit ein, dass einer Diktatur nichts förderlicher ist als die Untätigkeit guter Menschen.
Seite 354

Da ich nie, aber auch wirklich nie, die Leseprobe auf Amazon nutze, wusste ich nicht was mich erwartete. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Teilweise kompliziert. Leicht verschachtelte Sätze wechseln sich mit immer wiederkehrende, bildliche Vergleiche ab. Mir gefällt der Stil. Allerdings ist es kein Schreibstil den ich mal eben in der überfüllten U-Bahn lesen kann. Manchmal musste ich über die Zeilen nachdenken. Manchmal musste ich sie auch zwei mal lesen, bevor ich drohte den roten Faden der Geschichte zu verlieren. Das habe ich ziemlich schnell gemerkt und daher das Buch rasch an einer Handvoll Abende, anstatt in der Bahn, gelesen. Mit ausreichend Ruhe, ging mir der Lesestoff viel besser von der Hand. 

Die Menschheit hat gelernt, mit dem Werkzeug der Natur zu schnitzen, doch wie ein blinder Künstler sieht sie nicht, was sie erschafft.
Seite 430

Die Geschichte selbst wirkt teilweise sehr durcheinander, denn Harry erzählt dir seine Geschichte. Die Geschichte seiner vielen Leben. Und wie es manchmal so ist, wenn Leute eine Geschichte erzählen ohne sie vorher zu strukturieren, sie kommen vom Höckschen aufs Stöckchen, so auch Harry. Harry springt anfangs von seinen Erlebnissen seiner ersten Leben hin und her. In einem Moment erzählt er von seinem dritten Leben, dann wieder von seinem zehnten und dann kommt er zum ersten zurück und so weiter. Mit der Zeit setzen sich die Puzzelstücke zusammen und die vielen Nebengeschichten werden nach und nach weniger oder kürzer, bis die eigentliche gegenwärtige Geschichte sich immer weiter herauskristallisiert. Eine Geschichte dessen Ende mich ein wenig unbefriedigt zurück lies...

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