10.04.2017

[Heimatliebe] Watt 'n Meer bei Nordstrand

Hast du schon mal was von Nordstrand gehört? Ich bis vor einer Weile jedenfalls nicht. Aber ich kann dir sagen, wenn du einmal für ein paar Tage aus deinem alltäglichen Leben heraus willst und in einer (beinahe) Abgeschiedenheit entspannen möchtest, dann könnte Nordstrand genau das richtige für dich sein.


Ich musste mal wieder raus. Raus aus der einnehmenden Großstadt, raus aus dem ständigen Lärm und den überfüllten Straßen. Ich wollte so gerne Ruhe genießen und Natur um mich herum haben. Lange Strandspaziergänge wollte ich gerne mit dem Mann und dem Hund genießen. Am liebsten hätte ich ein freistehendes Ferienhäuschen gehabt. Und am allerliebsten mit einer eigener Sauna, damit ich mich bei schlechtem Wetter abends darin hätte aufwärmen können. 

Das alles und noch viel mehr habe ich tatsächlich auf Nordstrand gefunden.


Nordstrand ist eine Seeheilbad und somit nicht nur perfekt für Kurgäste geeignet, sondern für alle die sich ein paar gelassene Tage mit Meerluft gönnen möchten. Als Halbinsel ist Nordstrand über einen Damm mit dem Festland vor Husum verbunden, lediglich zwei Autofahrstunden von Hamburg entfernt.

Das kleine rote Ferienhäuschen, was ich gemietet hatte, war nicht nur freistehend und bot eine Sauna, auch ein kleiner Garten gehörte zur Freude des Hundes dazu. Im Inneren gab es noch einen Kamin und jede Menge Platz und Freiraum. Mit zum Häuschen gehörte auch ein Strandkorb zum entspannen, den wir bei lediglich drei Nächten Aufenthalt zeitlich gar nicht mehr nutzen konnten. Die kostenlosen Fahrräder blieben leider auch im Schuppen. Aber allein all diese Möglichkeiten zu haben und sich jederzeit in den Sattel schwingen zu können, ohne sich erst irgendwo ein Rad ausleihen zu müssen, hat mich echt umgehauen! Ich bin immer noch von dem kleinen Häuschen mitten auf der Insel begeistert. Leider habe ich von dem Häuschen selbst gar keine Erinnerungsfotos geschossen.



Bei unserer Anreise lag Nordstrand im grauen, dichten Nebel. Ein weiter Ausblick blieb uns verwehrt. Was allerdings nicht tragisch war. Zuerst erkundeten wir ein wenig die Umgebung des Häuschens und kehrten im Pharisäerhof ein. Hunde sind hier herzlich willkommen und so durfte der Kleine auch mit ins Café. Es blieb den ganzen Tag über trocken, daher haben wir Zweibeiner uns später noch einmal warm eingepackt und sind mit dem Hund an den Strand. 



Der zweite Tag war ebenfalls super entspannend. Zwischen Spaziergängen in denen uns der Wind kräftig entgegen pustete und uns durchfrieren lies, ruhten wir uns im Häuschen aus. Ich las ein Buch und genoss die seelige Ruhe. Kein Straßenlärm, kein Tatü Tata, kein Was-auch-immer-für-ein-Lärm der von draußen nach innen drang. Kein Wasserrauschen, welches durch die Wände dringt, weil irgendein Nachbar Stundenlang duschte. Keine Sorgen. Keine Probleme. Einfach nur wir und absolute Stille, leises Vogelgezwitscher und ab und an mal ein Flugzeug über uns oder ein Auto das dann doch mal vorbeifuhr, damit wir noch wussten, dass wir uns irgendwo am Rande einer Zivilisation befanden. Daran würde ich mich zu gerne gewöhnen. So ein Häuschen mitten im Nirgendwo.
Abends machten wir uns noch einmal auf, dass Watt zu erkunden.




So allein auf dem Watt, bei Sonnenuntergang. Einfach traumhaft. Der kühle, kräftige Wind des Tages war etwas abgeschwächt. Teilweise wehte gar kein Wind mehr. Nur die fehlende Wärme der Sonne erinnerte uns daran, dass wir März hatten. Die scheinbar endlose Weite gab mir das völlige Gefühle von Freiheit. Von den gekennzeichneten Brutgebieten der Seevögel hielten wir uns fern, um die Tiere nicht zu stören. Dafür folgten wir den Fahrspuren der Wattkutscher ein Stück. Erstaunlich, dass man diese Spuren im Watt sieht, obwohl an dem Tag offiziell gar nichts den Wattweg entlang fuhr.



Am dritten Tag waren wir unterwegs. So verbrachten wir einige schöne Stunden in Husum, um darauf dann gleich wieder an Nordstrands Strände und Dünen auszuspannen. Das Wetter war herrlich. Warm, sonnig, angenehm. Ein richtiger Sommertag im Frühjahr. Während wir am Wasser saßen, uns unterhielten und auf den Horizont blickten, vergingen die Stunden wie im Fluge. Wildgänse flogen vorbei und die Schafe grasten direkt neben uns.







Auf Nordstrand gibt es keine richtigen Dörfer. Kleine Häusergruppen sind zu Gemeinden zusammengeschlossen. Es gibt ein paar Ansammlungen an Häuser und Geschäfte, die ein wenig an Kleinstädtisches Leben erinnern, aber die meisten Häuser sind auf einem Damm errichtet worden und stellen eine kleine Gemeinde da. Die Anwohner kennen sich. Einige sind noch von der alten Schule und sprechen Friesisch miteinander. Eine Sprache die in meinen Ohren klang, als würden viele Endungen verschluckt werden.  Sogar auf zwei englisch sprechende Touristen sind wir gestoßen, die sich frohen Mutes auf dem Gras eines Dammes hinunterrollen ließen. Abends mussten wir dann unbedingt noch einmal die Gummistiefel anziehen und auf das Watt raus! 




Beim Imbiss Watt'n Grill am Südhafen ließt man überall den Spruch "Lieber arm und hässlich auf Nordstrand, als reich und schön auf Sylt." Ich würde mich jetzt nicht als hässlich bezeichnen 😁, aber wiederkommen würde ich eines Tages sehr gerne! Dann vielleicht zur Urlaubssaison, damit ich an so einer Kutschfahrt zur Hallig Südfall teilnehmen kann. Das muss ein tolles Erlebnis sein.


Kennst du auch dieses Gefühl, wenn du dich an bestimmten Orten, wo du noch nie zuvor warst, so wohl und frei fühlst? Fast als wäre es ein Stück Heimat? 

Kommentare:

  1. Freut mich, dass du so eine wunderschöne Zeit verbringen konntest. Dein Ferien Häuschen hätte mich sicher auch glücklich gemacht, selbst wenn ich eher das Fahrrad als die Sauna Nutzen würde. Ich bin einfach kein Mensch für die Sauna. Aber Abgeschiedenheit und Meer liebe ich ab und zu trotzdem :)

    Liebe Grüße

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    1. Das Fahrrad hätte ich auch gerne genutzt, ging nur leider gesundheitlich bei meinem Freund nicht. So mussten die Räder im Schuppen bleiben. Spaß hatten wir trotzdem jedemenge. :)

      Liebe Grüße, nossy

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  2. Nordstrand steht bei mir auch noch auf der "To-Do"-Liste :)
    Sehr schöne Bilder und das Häuschen hört sich gut an! Bin aber eher bei Tabea: Fahrräder statt Saune (Komm mit Wärme nicht klar XD)

    Sehr schön zu lesen, dass die Tage dir gut taten.

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    1. Echt? Cool, dass du Nordstrand kennst. Bisher haben fast immer alle eher fragend reagiert, wenn ich von Nordstrand erzählt habe. Wenn du mal nach dem Häusschen gucken möchtest, google mal nach "Rotes Atelierhaus", dann findest du einige Bilder.

      Viele Grüße,
      nossy

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  3. wahnsinn, wie unfassbar schön ist der sonneuntergang, der sich im watt spiegelt? genial! und die glaskugel natürlich! das sieht wirklich nach einer herrlichtraumhaften auszeit aus. es tut mir wieder einmal weh, dass das meer so weit weg von mir wohnt :(

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    1. Oh, dass war es wirklich! :)
      Auch wenn das Meer nicht bei dir wohnt, findest du dennoch ganz viele andere schöne und vorallem bezaubernde Orte in deiner Nähe!

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  4. Traumhafte Fotos von meiner Lieblingsinsel (an Land) und danke fürs Mitnehmen in diese entspannende Auszeit. Liebe Grüße von der Nordsee, Ulrike.

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    1. Oh, dass kann ich sehr gut nachvollziehen dass dir Nordstrand auch so gut gefällt. :)
      Viele Grüße, nossy

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  5. herrlich,- total meins♥♥♥
    LG und ein schönes osterfest!!!

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    1. Danke! Dir auch, liebe Tinny :)

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