08.03.2017

Madeira Wanderung - Von Ribeiro Frio auf die Hochebene Feiteiras de Baixo

In Ribeiro Frio gibt es eine staatliche Forrellenzucht und im gleichnamigen, nettem Restaurant kann man die schuppigen Freunde in jeglicher Zubereitungsform zu sich nehmen. Das hat mich aber ehrlich gesagt vollkommen kalt gelassen, denn ich wollte wandern! Direkt hinter dem Restaurant beginnen ein paar Wanderwege die direkt an einigen Levadas entlang führen. Der Balkon ist von hier übrigens auch erreichen.

Die meisten Touris widmen sich der Wanderstrecke nach Portela. Hier begegneten wir schon so einige ausgewachsene Wandergruppen. Es sind viele, sie sind laut und irgendwie beschlich mich das Gefühl sie würden mich auf Schritt und Tritt verfolgen. 😏

Madeira

Um zur Hochebene Feiteiras de Baixo zu gelangen, sind wir dem Wanderweg nach Portela ein Stück gefolgt. Ein ganz gutes Stück um ehrlich zu sein, aber dann war irgendwann die beschriebene Stelle des Wanderführers da. Die Stelle an der eine Levadabrücke über den Kanal führte. Mein Freund und ich haben die Stelle natürlich erst einmal verpasst. Wie sollte es auch anders sein. Kurz vor der Brücke haben wir eine von diesen großen, lauten und plappernden Wandergruppen überholt. Wir wollten schnell einen großen Abstand zu der Gruppe gewinnen und zack, hatten wir die beschriebene Stelle verpasst.

Levada 

Levadas sind künstliche Wasserläufe auf der portugiesischen Insel Madeira, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird.


Zum Glück ist uns das rechtzeitig aufgefallen. Wir also wieder zurück zu der kleinen Brücke und da hielt sich natürlich gerade die Wandergruppe auf. Sie machten ein Päuschen und stärkten sich. Herrjemine. Die würden doch wohl nicht auch "unseren" Wanderweg nehmen wollen? Nun gut, zu erst mussten mein Freund und ich die Abzweigung bei der Brücke finden. Zwischen den herumstehenden Wandertouris war das gar nicht so einfach. Die Levada stürzte sich hier eine Stufe in die Tiefe und das Wasserplätschern übertönte zumindest weitestgehend das Gequasel der Leute.

Madeira

Als wir glaubten rechts neben der Brücke die zwei schmalen Bächlein gefunden zu haben, die in die Levada mündeten, zweifelte ich zunächst ob das wirklich der richtige Weg sein könnte. Denn es ging verdammt steil bergauf! Und wirklich als Weg konnte man den kaum sichtbaren Trampelpfad nicht bezeichnen. 

Die "Stufen" waren nass, rutschig und teilweise kaum zu erkennen. Es ging tatsächlich so steil bergauf, dass ich ab und an meine Hände zu Hilfe nehmen musste um mich irgendwo festzuhalten. Meine fehlende Kondition gab mir den Rest.... ich habe gepumpt wie ein Maikäfer! Wenigstens waren wir die Wandertourigruppe los, denn die stiefelten weiter gen Portela. So kraxelten wir den Berghang hinauf, sehnten das Ende entgegen und wurden immer wieder enttäuscht als wir feststellten - es geht noch höher!

Madeira

An einer natürlichen Abbiegung stellten wir fest, dass die Erde weggerutscht und ein Baum umgestürzt war. Yay, und da mussten wir irgendwie drüber. Mit vielen Schrammen und einem nassen Wanderschuh hatten wir es dann auch geschafft. Mittlerweile waren wir so weit ab vom Schuss, dass wir vollkommen allein waren. Jetzt gab es nur noch die Natur. Die Natur und das Vorankommen. Und die Forelle, die neben mir in der Levada bergab schwamm...

Madeira
Madeira

Wir fanden die Quelle der Levada. In den mit klarem Wasser gefüllten Gumpen schwammen so einige Forellen. Weiter hinten waren kleine Wasserfälle zu denen ich gelangte, nachdem ich über ein paar Felsen geklettert bin. Wir ließen uns nieder. Packten unseren Proviant aus und genossen die Stille und die Sonne die genau zum richtigen Augenblick ihre wärmenden Strahlen zu uns schickte. Es war ein absolut friedlicher Moment.

Madeira
Madeira

Einem Dschungel ähnlichem Waldstück folgten wir weiter (jaaaa bergauf), bevor wir auf eine Lichtung kamen und die Bäume sich mit meterhohen Farnen abwechselten. Wir hatten die Hochebene fast erreicht. Die Vegetation wurde immer geringer, bis nur noch störrige Büsche und schließlich nur noch Gräser übrig waren. Schafe trieben hier ihr Unwesen und ein alter Hof zeugte in der Ferne davon, dass hier jemand lebte.

Madeira
Madeira

Den Rückweg markierte ein Steinmännchen und hier hatten wir die Gelegenheit einen alten, traditionellen gepflasterten Madeiraweg bergab zu gehen. Diese Wege haben kleine Hügel auf Schrittlänge, die früher Trittsicherheit gewährleisten sollten. Ich sag' dir, die ganze Strecke auf so einem Madeiraweg hinunter zu latschen, ging ganz schön auf die Knie! Der Weg endete schließlich auf einer Straße die wir noch ein Stückchen gefolgt sind, bevor wir wieder bei dem Fischrestaurant angelangt sind.

Madeira
Madeira

Abends war ich erschöpft, versorgte meine blutigen Schrammen und war einfach nur glücklich.

Kommentare:

  1. Dafür hast du so hübsche Bilder mitgebracht, da hat sich all das Blut wohl gelohnt :)
    Zu den Quellen möchte ich auch irgendwann einmal hin, aber wie das immer so ist mit der Zeit ... Danke für deine Eindrücke und LG, Jana

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    1. Ja mit der Zeit ist das immer so eine Sache... aber für gewöhnlich kommt immer alles zur rechten Zeit ;)
      Danke für deinen lieben Kommentar, hab ein schönes Wochenende!
      nossy

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