06.01.2017

[Lesezeit] Todesengel von Andreas Eschbach


Erich Sassbeck ist zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät in eine brutale Schlägerei. Doch am Ende ist er es, der überlebt, während seine Angreifer tot sind - erschossen von unbekannter Hand. Sassbeck glaubt, dass ihn ein Wunder gerettet hat. Die Polizei dagegen fragt sich, ob nicht er geschossen hat. In Notwehr. Oder schlimmer: in Selbstjustiz. 

Der Journalist Ingo Praise findet bald Beweise, dass Sassbecks Geschichte stimmt. Ein Unbekannter streift durch die Stadt und beschützt Unschuldige. Praise macht den "Todesengel" zum Star - und löst damit eine Katastrophe aus ...
Bild und Kurzbeschreibung: www.amazon.de



Der Beginn des Buches mag vielleicht etwas verwirren. Die ersten Kapitel erscheinen wie eine wahllos zusammengestellte Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, bei denen gerne die Hauptakteure sterben. Nach und nach werden Zusammenhänge zwischen den kleinen Kurzgeschichten sichtbar bis sich der ganze Handlungsstrang zuspitzt.

"Wenn man kein Geld hatte, blendete man die glitzerbunte Warenwelt weitgehend aus, waren üppig gefüllte Schaufenster nur Dekoration und Werbeplakate nur Stadttapeten." - Ingo

Ein Thema überragt die gesamte Lektüre: Jugendgewalt. Sind die Verbrechen heutzutage wirklich gewalttätiger und die Täter skrupelloser geworden oder ist dies nur der Eindruck der durch die Medieneinflüsse entsteht? Opfer von diverser Jugendgewalt rücken hier in den Vordergrund, deren Erlebnisse und psychische Auswirkungen bis ins Erwachsenenleben präsent geblieben sind. Je mehr die Geschichte in Fahrt kommt, desto spannender wird sie, desto mehr fahren die Gefühle Achterbahn. Eine Frage bleibt beim lesen stehts im Hinterkopf: Ist der Todesengel wirklich ein Engel? Und wenn nein, wer ist er? Warum tötet er?

"Ich habe keine Erwartungen daran, was geschehen wird, erhoffe nichts, fürchte nichts, wünsche mir nichts. Ich bin nur eins mit allem, ein Werkzeug, ein Instrument des göttlichen Willens." - Todesengel 

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