29.05.2016

[Lesezeit] Mensch? Tier? Was bist du ? Wer bist du? von Anuk Nikolai



Ein Flugzeugabsturz - irgendwo im Nirgendwo, eisige
Kälte - Schnee - Geröll und Felsen - immergrüne Krüppel-
gehölze.
Nur wenige Passagiere überleben. Eine Frau und ihre
Tochter bleiben als einzige unverletzt.
Jetzt ist nur noch eins wichtig: ÜBERLEBEN!
Die Frau wächst über sich hinaus, sucht nach Nahrung und
Hilfe - und findet noch viel mehr!
Bild und Kurzbeschreibung www.amazon.de



"Das alles dauert so lange, die Hasen und Hühner sind verdammt schwer. Kann sie kaum noch schleppen. Hätte so gerne Hilfe. Fühle mich einsam und verletzlich. Bin gar nicht so taff, möchte am liebsten aufgeben. Das wäre viel einfacher. Aufgeben und aus! Kommt aber gar nicht in Frage! Mein Kind vertraut mir, wartet auf mich, hat Angst. Nein - nein - die Vorstellung mein kleines Mädchen hier allein zurückzulassen raubt mir die Luft, treibt mich weiter an." - namenlose Heldin der Geschichte -

Ich muss gestehen, bereits nach den ersten paar Seiten wollte ich das Buch zur Seite legen und am liebsten nie wieder in die Hand nehmen. Es steckt wirklich eine gute Idee hinter der Geschichte. Allerdings war es das auch schon. Es wurden so viele Situationen angerissen, in denen mit Sicherheit noch ein viel besserer Spannungsbogen hätte erzeugt werden können. So unglaublich vieles bleibt unklar. Wo spielt die ganze Geschichte überhaupt? Welche Zeit haben wir (Jahreszeit, aber auch welches Datum)? Wie kann plötzlich eine Gedankenverbindung zwischen Wesen entstehen die sich noch nie zuvor gesehen haben? Wie heißt eigentlich die Heldin? Ja, richtig gelesen: Wie heißt eigentlich die Heldin? Es wird nicht erwähnt - oder ich habe es glatt überlesen - wobei, das glaube ich kaum. In der Tat, ich habe dieses Buch nur durchgezogen weil ich erfahren wollte wie die Heldin heißt, aber nicht ein einziges Mal wurde ihr Name erwähnt.

Dreiviertel des Buches spielt in ihren Gedanken ab, sie denkt immer wieder an 'Ihr kleines Mädchen', aber den Namen ihrer Tochter 'denkt' sie nicht? Äußerst seltsam, wenn man mich fragt... und noch genialer: niemand, wirklich NIEMAND in diesem Buch trägt einen wirklichen Namen (es sei denn, auch diese habe ich überlesen xD ). Da gibt es ihr kleines Mädchen, den Anführer, ER, die Frau Doktor, usw., usw. - aber keine Namen.

Der Schreibstil ist.. nun... sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig. Ja, in Szenen an denen die Heldin an ihre Grenzen stößt tragen abgehackte Sätze sicherlich zur Stimmung bei, am Rande der Erschöpfung sind Sätze in den eigenen Gedanken auch nicht mehr nach dem einst gelernten Satzbau strukturiert, ja, auch dies sehe ich ein. Allerdings erwarte ich so etwas doch nicht das ganze Buch durch! Mal ehrlich, so schreibe ich wenn ich mal ganz, ganz schnell meine Gedanken nieder tippen möchte bevor sie weg sind, allerdings finde ich das so kein Buch komplett durchgeschrieben sein sollte. Gerade durch diese nicht vervollständigten Sätze, werden auch Szenen nicht richtig begonnen oder beendet. Hier geht meines Erachtens wahnsinnig viel Potential verloren. Über die Rechtschreibung brauche ich gar nichts sagen, selbst einmal drüberlesen hätte da bestimmt schon viel gebracht.
Schade, aber dieses Buch war echt verschenktes Geld!

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