19.10.2015

Im Land der Gletscher und Vulkane [Teil IV]

Bin ich vielleicht müde, dass muss die immer länger andauernde Dunkelheit sein. Morgens komme ich so gut wie gar nicht aus dem Bett und Nachmittags erwischt mich ein Hängerchen eiskalt. Meine Island-Erkältung ist auch immer noch nicht ganz überstanden. Der Husten ist hartnäckig. Wobei hartnäckig ist gar kein Ausdruck, immerhin sind es beinahe 7 Wochen seitdem ich wieder im herbstlichen Deutschland bin. Für Müdigkeit war in Island gar keine Zeit. 

3. Tag in Island


Der Tag begann im Heimatmuseum Byggðasafnið að Skógum. Das ganze Museum war eine Lebensaufgabe eines einzelnen Mannes, der seine Heimat Island so sehr liebte, dass er alles zusammen trug. Alte Überbleibsel aus der alten Wikingerzeit können hier betrachtet werden und ein Herr war nicht nur so nett und hat uns einiges über all die alten Fundstücke und die vergangene Zeit erzählt, er hat uns auch ein paar Kostproben seiner kräftigen Gesangsstimme präsentiert. Hier gab es auch neben einigen alten Torfhäusern mit Grasdächern süße, kleine Elfenhäuschen zu begutachten. Das war soooo niedliche. Und irgendwie sind diese kleinen Häuschen niemand anderes ausgefallen. Ich meine, so extrem klein waren sie nun auch wieder nicht, aber was solls, so gehörte die kleine Ecke meinem Freund und mir und wir konnten ungestört fotografieren. Herrlich!


Als nächstes stand der große und beeindruckende Wasserfall Skógafoss (oben) auf dem Plan. Wunderschön. Diese Kraft der Wassermassen die sich dem Hang hinabstürzen mag man im seichten Flussbett kaum erahnen. An der rechten Seite des Hanges konnte man einen steilen Weg hinauf gehen und den Wasserfall aus einer anderen Perspektive betrachten. Als ich dort ankam, strahlte ein Regenbogen in satten Farben! Den Fluss folgten wir dann auf dem Berg ein kleines Stück und ließen uns anschließend für ein nettes Picknick nieder, damit wir am Nachmittag wieder genug Kraft hatten um uns in Mýrdalur einen Weg zum Kap Dyrhólaey und seinen schwarzem Lavasandstrand zu bahnen. 

So schön das Wetter noch Mittags war, so stürmisch war es am Nachmittag. Der Wind ist wirklich heftig in Island, etwas dass ich wahrlich unterschätzt hatte. Das Südkap ist durch sein Felsentor übrigens sogar recht bekannt. An den vielen, sehr hohen Klippen nisten viele Papageientaucher. Wenn sie in die Luft schweben, kann man sie kaum erkennen so klein sind die süßen kleinen Vögel mit dem Pinguinfrack. 

Unser Weg führte uns weiter durch das mit Moos bedeckte Lavafeld Eldhraun. Das Moos war so weich, dass man teilweise eine gute Handbreit einsackte, wenn man sich über das Moos bewegte. Gut, dass hier das betreten, außer an den ausgewiesenen Stellen, verboten ist. Irgendwann kann sich das Moos nicht mehr erholen und wird braun und stirbt wohl ab, vermute ich. An einigen Stellen sah es zumindest so aus. Hinter diesem Lavafeld begegneten wir an einem Rastplatz ein paar alte, verbogene Stahlträger im Skeiðarársandur. Die Stahlträger sind alte Überbleibsel einer Brücke die einst von einem Lavastrom erfasst wurde.

 
 
 
 
 
 

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