27.09.2015

Im Land der Gletscher und Vulkane [Teil III]



Mittlerweile sind bereits wieder einige Wochen ins Land gezogen seitdem ich im Urlaub war und dieses atemberaubende Land bereisen durfte. Atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Wind ist teilweise so stark gewesen, dass der Druck des Windes auf meiner Brust meine Atmung schwerfällig werden lies. Ich liebe die Natur, aber sturmartige Windböen wie ich sie in diesem Land erleben durfte gehören nicht gerade zu meinen Favoriten und trotzdem ich weiß bereits jetzt, irgendwann will ich zurück. Zurück in dieses raue, karge Land, in diese Ruhe und Einöde, zurück nach Island.

2. Tag in Island


Wir besuchten am Morgen den Gluggafoss, einen Wasserfall über zwei Etagen an dessen unteren Ende ich so dicht an das herabstürzende Wasser gelangen konnte, dass ich sogar das kalte, klare Wasser mit den Händen berühren konnte. Im Rücken des Gluggafoss erhebt sich beeindruckend der Eyjafjallajökull. Bevor ich nach Island kam, war ich mir gar nicht bewusst das sich auf Vulkanen Gletscher befinden können, so wie es bei dem Eyjafjallajökull der Fall ist. Seltsam, vorallem nachdem ich gelernt habe, dass von solch einem Vulkan eine noch viel größere Gefahr ausgeht, als von einem normalen Vulkan. Stellt euch nur mal diese explosive Mischung aus all dem Eis und der heißer Lava vor. Nicht auszudenken, was das für eine globale Auswirkungen hätte.

Das heutige Tagesziel waren die Vestmannaeyjar-Inseln. Auf dem Weg dorthin hielten wir beim Stóra-Dimon. Ich weiß nicht so ganz ob man den Stóra-Dimon noch als Hügel oder schon als kleinen Berg bezeichnen kann, er ist eigentlich nicht sonderlich hoch und sieht so ruhig und sanft aus, aber der Aufstieg... boah, der war auf dem letzten Stück verdammt steil! Was bin ich froh, vernünftige Wanderschuhe zu besitzen. Denn die hielten mich noch, wenn ich gedanklich schon längst wie ein Osterei den Berg hinunter gekullert bin. Oben auf dem kleinen Berg angekommen war die Belohnung  unglaublich. Ein Blick über eine vollkommene weite, schwarze Sandarfläche über die geschmolzenes Gletscherwasser seinen Weg Richtung Meer sucht. Wunderschön! So gerne ich diesen Anblick noch Stunden hätte genießen können, so wusste ich auch, dass es weiter gehen musste. 


Als nächstes wartete der Seljalandsfoss auf einen Besuch von uns. Wieder ein Wasserfall. Wieder ein sehr hoher Wasserfall sogar. Dafür aber der erste Wasserfall in meinem Leben den ich umrunden konnte! Was für ein Erlebnis! Der Wind peitschte in den Wasserfall und der feine Sprüregen der so entstand durchnässte den ein oder anderen der nicht mit Regenkleidung vorgesorgt hatte. Zugegeben, dass man von dem Wasserfall so nass werden konnte, hätte ich auch nicht gedacht! Immerhin waren ein paar Meter Abstand zwischen Wasser und Weg. 

Nach einer Fährüberfahrt erreichten wir die größte der Vestmannaeyjar-Inseln: Heimaey. Hier liefen wir durch den Ort bis zum Vulkan Eldfell - den Feuerberg. Unsere Wanderung führte vom Fuße des Berges bis zur Spitze hinauf, wo noch immer das Gestein heiße Luft entlässt. Der Wind war so eisig und so stark, dass ich mir sicher bin in Deutschland hätte es eine Sturmwarnung gegeben und niemand hätte freiwillig das Haus verlassen, wenn es nicht unbedingt hätte sein müssen. Und was machten wir? Wir bestiegen einen Vulkan. Juchu! Der Wind drückte von der Seite und der Fuß landete beim gehen mindestens einen Meter neben die Stelle, wo ich eigentlich hintreten wollte. Das Atmen viel mir schwer, als der Wind gegen meine Brust drückte. Mit Mütze, Kapuze vom Pulli und der Kapuze von meiner Regenjacke pfeiffte der Wind immer noch in meine Ohren, sodass eine Kommunikation nur erschwert möglich war. Am Gipfel des kleinen Vulkans angekommen, ließ der Wind zu meiner Freude nach, dafür war aber starker Nebel aufgezogen, der die Sicht über das Land versperrte. Nun ja, wir befanden uns in einer Wolke. Der Vulkan ist etwas vor 40 Jahren ausgebrochen, hat viel neue Landmasse geschaffen und noch viel mehr zerstört. Am noch immer heißen Gestein konnte ich meine eisigen Finger wärmen. Auf so ein Stück Geschichte zu stehen berührt das Herz. All die Anstrengungen die unternommen wurden um die Lava aufzuhalten, um Häuser im nachhinein aus der Asche wieder auszugraben. Es hat irgendwie einen fahlen Beigeschmack, zu wissen dass dieser Ort Pompeji des Nordens genannt wird.


Kommentare:

  1. boah nossy, ich beglückwünsche dich für dieses erlebnis. tolle bilder, ich bin begeistert!
    übrigens hast du das set2 gewonnen, bitte sende mir doch deine adresse (tinnymeyätwebde)
    gglG

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