19.09.2015

Im Land der Gletscher und Vulkane [Teil II]

Reykjavik diente nur zum schlafen denn gleich nach dem Frühstück ging es weiter, als ein Teil einer deutschsprachigen Reisegruppe. Wir bekamen einen eigenen Bus mit unserem Fahrer Einer der mal ein Isländischer Fischer war und unseren deutschsprachigen Guide Kay, den schlaksigen aus Leipzig.




Gruppenreisen haben ihre Vorteile, aber auch ihre Nachteile. Grundsätzlich finde ich, ist diese Art zu reisen immer ein Abenteuer. Man weiß nie auf was für Leute man stößt und was einen erwartet. Es ist nun einmal eine super Alternative für Alleinreisende und für diejenigen die zu faul sind oder keine Zeit haben solch eine Wanderrundreise selbst zu organisieren. Ich gestehe, bei uns war es die Zeit, denn 2015 krämpelte mein berufliches Leben so gehörig um, dass ich kaum noch Kraft und Energie für irgendwas anderes hatte. Ich war einige Monate lang einfach vollkommen ausgelaugt.

Erster Tag in Island - Golden Circle 

Nach unserem ersten Stopp beim wohl größten See Islands, dem Þingvallavatn (oben), fuhren wir auf der Golden Circle-Tour nach Þingvellir. Der historischen Ebene der Volksversammlung. Hier trafen sich einst tatsächlich einmal jährliche alle Männer Islands um Recht und Gesetz zu sprechen. Þingvellir liegt in einer Grabenbruchzone der nordamerikanischen und eurasischen Platte. Man kann heute also mit einem Fuß auf der eurasischen Erdplatte und mit einem auf der amerikanischen Erdplatte stehen! Im Hintergrund dieser Landschaft ist ein schneebedeckter Berg zu sehen, den ca. 9.000 Jahre alten Schildvulkan Skjaldbreiður. Er ist so breit und scheint eine so geringe Steigung zu haben, dass es auf mich wirkt als könnte man ganz locker hinaufspazieren. Aber ich glaub so einfach wäre das wohl nicht. In Þingvellir gibt es den Wasserfall Öxarárfoss, dieser soll künstlich angelegt worden sein, damit die Männer sich bei der jährlichen Versammlung ausreichend mit Wasser versorgen konnten.

Weiter ging es auf der Golden Circle-Tour zum Großen Geysir, dem Namensgeber aller anderen Geysire. Er ist der wahrscheinlich älteste bekannte Geysir überhaupt. Leider gilt er gemeinhin als beinahe erloschen, da er nur noch sehr selten ausbricht und man nie weiß wann es wieder so weit ist. Direkt neben dem Großen Geysir befindet sich sein kleiner Bruder der Geysir Strokkur der glücklicherweise für jeden neugierigen Touristen etwa alle 5 bis 10 Minuten ausbricht. Hinter den Geysiren befindet sich ein kleiner Berg den ich erklomm und von dem ich einen wunderbaren Blick über die weite Landschaft hatte. Erst später erfuhr ich, dass auch dieser Berg, der Laugarfjall, ein noch aktiver Vulkan ist.

Das letzte Highlight der Golden Circle-Tour war der Wasserfall Gullfoss - der goldene Wasserfall. Es gibt viele Geschichten warum dieser Wasserfall der goldene Wasserfall heißt. Die wahrscheinlichste ist aber, dass er bei sonnigen Abendlicht golden schimmert. So konnten wir ihn leider aufgrund des Wetters nicht kennenlernen und dennoch bietet er einen grandiosen Anblick.

Auch wenn es bereits so viel zu sehen gab, der Tag war noch lange nicht zu Ende. Es ging noch weiter zum Eyjafjallajokull, bei uns auch bekannt ist als "E16", jener Vulkan der 2010 mit seiner riesigen Aschewolken den Flugverkehr lahmgelegt hatte. Im übrigen kann ich "Eyjafjallajokull", nach ein paar Tagen Übung,  jetzt perfekt aussprechen. In der Nähe des Vulkans der mit einem Gletscher bedeckt ist, nächtigten wir dann in einem kleinen Gästehaus und wurden nach dem vollgepackten Tag mit einem wunderbaren Sonnenuntergang belohnt.


1 Kommentar:

Hat dir der Beitrag gefallen? Schreib mir einen Kommentar und sag mir deine Meinung. Ich freue mich immer über ehrliche und hilfreiche Rückmeldungen.